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Sommer, Sonne, Erntezeit

Sommer, Sonne, Erntezeit

Im Sommer ist unser liebstes Wohnzimmer draußen im Garten. Lichtdurchflutet und warm oder kühl und schattig halten wir uns so oft wie möglich im Freien, im Grünen, im eigenen Garten auf. Rosen, Lilien und andere liebevoll gepflegte Blumen und Sträucher duften um die Wette, Bienen summen und Schmetterlinge flattern durch die Luft. Wir pflanzen und ernten und genießen laue Sommerabende um die Feuerschale oder in der Hängematte.

Über Gemüseanbau, Neuheiten, empfehlenswerte Obstsorten und allerlei Gartentipps informiert unsere Siedlerzeitung – Sommerausgabe!

Die Ernte beginnt

Der Juni bringt uns schon eine reiche Gemüseernte mit allen Arten von Salat, Radieschen, Rettich und Kohlrabi. Wer Frühsorten von Karfiol, Brokkoli, Kraut und Kohl rechtzeitig gesetzt hat, kann auch davon schon bald ernten. Vielleicht gibt es schon zarte Karotten. Von den Kräutern ernten wir laufend Schnittlauch, Petersiliengrün, Liebstöckel, Dill und erstes Basilikum.

Kohlrabi frisch geerntet, hier von Gerti Schrefler im Siedlergarten bei der Landesgartenschau in Kremsmünster 2017.

Das Zucchini-Dilemma – wie viele Pflanzen brauchen wir?

Sehr viel Platz brauchen Zucchinipflanzen im Garten. Eigentlich reicht eine einzige Staude aus, aber da gibt es öfter Probleme mit der Bestäubung. Besser sind also zwei Pflanzen, da ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass männliche und weibliche Blüten gleichzeitig blühen. Wenn aber bei nasskühlem Wetter niemand von Blüte zu Blüte fliegt, empfiehlt es sich, die Zucchini selbst zu bestäuben. Einfach eine männliche Blüte pflücken und mit dessen Blütenstaub die Stempel der weiblichen Blüten berühren.

Die männliche Blüte hat nur einen dünnen Stängel, keinen Fruchtansatz. An der weiblichen Blüten erkennt man bereits deutlich die spätere Frucht.

Kohl- und Wurzelgemüse für jetzt und für den Winter
Da die Keimdauer von Pastinaken etwa drei Wochen beträgt, sät man am besten Radieschen zwischen die Reihen. Einen Reihenabstand von 30 cm oder mehr sollte man dabei einhalten. Wichtig ist es auch, nur frisches Saatgut zu verwenden, da die Samen kaum ein Jahr keimfähig bleiben. Pastinaken haben einen eingesunkenen Blattansatz, während er bei Petersilienwurzeln nach oben gewölbt ist.

Karotten können auch im Juni oder Juli mit einem Reihenabstand von mindestens 30 cm gesät werden. Wichtig ist es, Sorten zu verwenden, die sich für die Lagerung gut eignen. Der Boden sollte dazu tiefgründig gelockert und feinkrümelig sein.

Für Sprossenkohl sollte schon im Juni mit einer Standweite von 50 x 70 cm gepflanzt werden. Auch für Lagerkraut ist die Pflanzung bis Mitte des Monats mit einer Standweite von 50 x 40 cm möglich. Das gilt auch für Blaukraut. Kohl kann noch gesät werden. Pflanzzeit für die Lagersorten ist Juni und Juli. Karfiol mit einer Standweite von 60 x 40 cm und Brokkoli im Abstand von 50-60 x 40-50 cm, je nach Sorte, können den ganzen Juni gepflanzt werden. Kohlgewächse sind sehr tief zu pflanzen und auch anzuhäufeln.

Blatt- und Kohlgemüse als Nachbarn. Den Platz zwischen Kohlgewächsen kann man gut für Blattgemüse nutzen, das man nach und nach pflückt oder abschneidet, bis dann Kraut, Wirsing oder Brokkoli das ganze Beet bedecken. Empfehlenswert ist etwa der Anbau von Schnittmangold und Roter Melde zwischen Frühkraut und Wirsing.

Kraut und Brokkoli

Kraut und Brokkoli breiten sich aus. Der letzte Salat darunter wird geerntet und das Gemüsenetz kommt gleich wieder drüber.

Grünkohl

Grüne Blätter für den Herbst

Die klassischen Herbst- und Wintersalate werden jetzt angebaut. Endivien, Chinakohl und Zuckerhut, außerdem Feldsalat und Spinat.
Früher wurden Endivien zusammengebunden, damit er innen schön hell wurde. Er war sehr bitter und wurde vor dem Anrichten als Salat in Wasser eingeweicht und ausgedrückt. Die heutigen Sorten wachsen auch ohne Binden und das Bittere wurde ihnen weitgehend weggezüchtet.

Spinat einfach überall anbauen. Wo Flächen nicht mehr bepflanzt werden, kann ab Anfang August Spinat angebaut werden. Wenn nicht so viel geerntet wird, dient er als Bodenbedeckung und Gründüngung. Spinat wird 3 cm tief gesät. Er soll festen Erdkontakt haben. Man kann nach dem Schließen der Saatrillen das Beet mit der Schaufel fest anklopfen.

Chinakohl erst ab Mitte Juli. Wenn Beete leer geworden sind, kann man auch im Juli noch gut Buschbohnen anbauen oder Brokkoli und Karfiol pflanzen. Rote Rüben wachsen ebenfalls noch. Sie werden nicht mehr so groß, aber das ist ja gerade das Gute daran. Chinakohl wird ab Mitte Juli gesät. Zu früh gesät, besteht die Gefahr des Schossens: Der Chinakohl wächst dann aus und bildet keine festen Köpfe. Der Reihenabstand beim Anbau beträgt 40 cm. Da Chinakohl bei Erdflöhen beliebt ist und Ende Juli auch gern die zweite Generation von Kohleulen und Kohlweißling unterwegs ist, bewährt sich ein Insektenschutznetz.


August ist der Erntemonat

Die Schalotten- und Zwiebelernte beginnt nun. Nach dem Vergilben der Blätter hebt man die Zwiebeln mit einer Gabel vorsichtig aus der Erde und lässt sie trocknen und auch noch nachreifen.
Für die Lagerung der Zwiebeln muss das Laub ganz dürr sein. Früher wurden die Röhren umgelegt, damit man früher ernten kann. Doch dadurch sind sie nicht ganz reif und die Lagerzeit wird dadurch verkürzt.

Fisolen sollten jung geerntet werden und lassen sich bei Überschuss gut eingefrieren. Bitte aber nur Schockgefrieren, da sich ansonsten Eiskristalle bilden und die grünen Bohnen beim Kochen wässrig werden und viel an Qualität verloren geht.

Frühkartoffeln ernten wir in der Regel nach Bedarf. Man nimmt die größten Knollen aus der Erde und häufelt danach wieder an. Erst wenn die Blätter abgestorben sind, werden die restlichen Kartoffeln geerntet.

Rote Rüben vorsichtig ernten, damit die Knollen nicht beschädigt werden. Die Blätter werden auf keinen Fall abgeschnitten, sondern abgedreht, damit der wertvolle Saft nicht ausfließt. Die kleinen Herzblätter bleiben an den Rüben und werden erst beim Schälen entfernt. Hat man mehr als man gerade verbrauchen kann, lassen sich diese für den Winter in Rexgläsern mit Einlege-Aufgussessig gut haltbar machen.


Die größeren Karotten zieht man aus der Reihe, wenn zu dicht gesät wurde. Die Erde zwischen den Reihen dabei noch etwas lockern und Mulch nachfüllen.

Im August noch pflanzen – für den Herbst und für den Winter
In den nächsten drei Monaten wächst noch viel Gemüse, wenn das Wetter mitspielt. Kopfsalat, jetzt angebaut, kann in fünf bis sechs Wochen geerntet werden. Beim Salat wechselt man wieder zu Frühsorten wie den Maikönig, da das Wetter im September eher dem im April und Mai ähnelt. Maikönig eignet sich auch als Salat für den Winter, ähnlich wie das Wunder der vier Jahreszeiten oder Zutter.


Radieschen können den ganzen August gesät werden und bereichern besonders die Jause.

Brokkoli und Karfiol können den ganzen August mit einem Abstand von 50 – 60 cm x 40 – 50 cm gepflanzt werden. Sie liefern gerade im Herbst durch ausgeglichene Temperaturen besonders hochwertige Ernten.

Kohlrabi kann ebenfalls den ganzen August noch mit einem Abstand von 30 x 25 cm gepflanzt werden.

Chinakohl kann noch gesät werden. Reihenabstand 50 cm, in der Reihe 40 cm.

Endivie kann auch noch im August für die Herbsternte gesetzt werden.

Auch für Zuckerhut ist es die allerletzte Möglichkeit, noch die ersten Augusttage zu säen.

Blaukraut bildet bis Saisonende nicht zu große, lagerfeste Köpfe.

Wer jetzt Karotten sät, kann ein paar davon schon im November ernten. Die anderen bleiben für den Frühling stehen.


Tomaten entspitzen
Größere Paradeiser, vor allem Fleischtomaten, sollen jetzt all ihre Kraft in die vorhandenen Früchte und Fruchtansätze stecken. Mit dem Abschneiden der Triebspitze lässt sich verhindern, dass sich noch weitere Blüten bilden.

Tomatenblüte

Junifruchtfall
Im Juni regulieren die Bäume ihren Fruchtbehang und werfen überzählige Früchte, die sie nicht ernähren können, ab. Verbleiben zu viele Früchte, sollte man weiter ausdünnen. Was dann übrig bleibt, kann groß, saftig und süß werden.


Wenn der Wurm drin ist, Wellpappering anbringen
Mit dem rechtzeitigen Anbringen eines Wellpapperings um den Stamm kann man viele Apfelwicklerlarven abfangen. Siehe: Plagegeister: Apfelwickler.

Sommerbaumschnitt
Im Juli und August kann ein Sommerschnitt an Obstbäumen durchgeführt werden. Dadurch erreichen wir eine bessere Belichtung, besonders im Inneren der Krone. Das fördert die Assimilation und die Qualität der Früchte wird besser, nicht nur in der Farbe, sondern besonders im Geschmack.

Steinobst wird in der Regel nach der Ernte geschnitten, beim Kernobst werden vor allem starkwüchsige Bäume und solche, die verjüngt worden sind, geschnitten.

Konkurrenztriebe und für den Kronenaufbau nicht benötigte Triebe werden entfernt. Wassertriebe, die nicht bereits im Juni abgerissen wurden, werden jetzt abgeschnitten. Will man den Baum zur Bildung von Blütenknospen anregen, so sind die Zweige bis auf einen Winkel von 30 Grad herabzubinden. Das Entfernen überflüssiger senkrechter Triebe führt zu einer besseren Licht- und Nährstoffversorgung der verbleibenden Triebe. Dadurch können sich kräftige Blütenknospen bilden.

Achtung: Sonnenbrandgefahr! Nicht an extrem heißen Tagen schneiden. Kranke Pflanzenteile sollen jederzeit großzügig und sauber entfernt werden. Die Wunden verschließen sich im Sommer auch ohne Wundverschlussmittel schneller und durch die luftigere Krone gibt es weniger Pilzinfektionen.


Erdbeeren als Bodendecker
Über eine reiche Erdbeerernte freuen sich alle, die vorigen Juli oder August ihre Erdbeeren neu gepflanzt haben. Auf Böschungen etwa kann man verschiedene Erdbeersorten pflanzen und unter Obstbaumhecken Walderdbeeren. Ab und zu sollte man etwas auslichten und die Pflanzen mit organischem Dünger versorgen. Zu jäten ist fast nichts, aber das Pflücken kann etwas anstrengend werden. Diese Mühe lohnt sich aber, wenn die Beeren von ‘Mieze Schindler’ reif werden.


Erdbeeren von mehrmals tragenden Sorten können bis September geerntet werden. Solche Sorten müssen nach dem ersten Ernteschub gedüngt werden. Kompost und etwas organischer Dünger tut ihnen gut. Dies dient zur Kräftigung für den nächsten Ernteschub beziehungsweise zur Bildung von Blütenknospen für das nächste Jahr. Öfter tragende Sorten legen eine kurze Pause ein, um dann erneut fleißig zu fruchten.


Nach der Ernte, Erdbeerbeet pflegen
Nach der Ernte schneidet man das oft von einem Pilz befallene, zerlöcherte Erdbeerlaub über dem Herz ab und entfernt es. Der Boden wird etwas gelockert und gedüngt und die Ausläufer werden beseitigt – es sei denn, man braucht sie für eine Neupflanzung. Dann soll man aber nicht die schönsten Jungpflanzen nehmen, sondern jene von den besttragenden Pflanzen. Sonst selektiert man auf Wachstum statt auf Fruchtertrag. Die Jungpflanzen dürfen nicht zu tief gepflanzt werden. Das Herz sollte dicht über dem Boden stehen.

Stehen die Erdbeeren schon drei oder gar vier Jahre, ist ein neues Beet anzulegen. Gute Bodenvorbereitung mit Kompost ist Voraussetzung für guten Ertrag. Bei schwerem Boden sollte man auch etwas Sand einbringen, dann kann schon Anfang August gepflanzt werden.


Beerengarten mulchen – Gehölze auslichten
Eine Mulchschicht vermindert die Verdunstung, doch in sandigen Böden trocknen Ribiseln, Himbeeren und Brombeeren schnell aus. nach der Ernte wird ausgelichtet und zurückgeschnitten, abgetragene Himbeer- und Brombeerruten werden entfernt. Bei Ribiseln werden ein Viertel bis ein Drittel der Ruten, nämlich die älteren, dunkleren, am Boden abgeschnitten. So erneuert sich der Strauch alle drei bis vier Jahre und trägt immer schöne große Früchte am jungen Holz.
Heidelbeeren reifen nicht gleichzeitig, daher sollte man alle zwei Tage ernten. Netze können die begehrten Früchte vor Vögeln schützen, sollten aber so angebracht werden, dass sich die Tiere darin nicht verfangen.


Geduld bei Blumenwiesen
Es ist spannend, zu beobachten, was auf einer Blumenwiese wächst, was gut gedeiht und was sich nicht so wohlfühlt. So eine Wiese verändert sich ständig, im Lauf der Jahreszeiten und im Lauf der Jahre. Aber eines ist sicher. Sie ist ökologisch um vieles wertvoller als monotoner Rasen. Und sie freut uns und die Bienen.

Rosenmonat Juni
Jetzt steht sie in voller Blüte, die Königin der Blumen. Nicht wie in der Vergangenheit als Monokultur im Vorgarten, sondern mit einem Hofstaat von Schwertlilien und Rittersporn. Es gibt recht robuste, mehltauresistente und blühwillige Sorten. Die blühen bis in den November hinein und man braucht nur die verblühten Rosen oberhalb des ersten voll ausgebildeten Rosenblatts auszuschneiden.

Eines ist wichtig: Chemische Spritzmittel kommen nicht mehr an die Rosen. Im Kapitel Plagegeister findet man einige Hausmittel, doch meist sind sie gar nicht nötig. Sind etwa viele Blattläuse an den Knospen, so zerquetscht man sie einmal zwischen Daumen und Zeigefinger. Ab dann halten sie die Nützlinge in unserem Garten in Schach. Wildrosen werden nicht zurückgeschnitten, da die Hagebutten ein wunderbarer Fruchtschmuck sind.


Frühlingsblüher jetzt schneiden
Alle Frühjahrsblüher und Frühsommerblüher blühen am zweijährigen Holz. An den Trieben, die heuer wachsen, kommen nächstes Jahr die Blüten. Deshalb wird gleich nach der Blüte geschnitten.
Zur Verjüngung wird altes Holz an der Basis entfernt. Durch diesen Rückschnitt wird das Gehölz zu neuen, kräftigen Trieben angeregt. Bei den Forsythien achtet man, dass der Strauch licht und luftig bleibt. Dazu nimmt man zu alt gewordenes Holz ganz heraus.
Beim Flieder werden die verblühten Blütenstände herausgebrochen, ebenso bei den Rhododendren. Bei den Hängepalmkätzchen werden die Triebe an der Verzweigung, ab der sie herunterhängen, abgeschnitten.


Im Juni werden die Zweijährigen angebaut
BartnelkeFingerhutGoldlackKönigskerzeMarienglockenblumeStockroseVergissmeinnicht und Bellis werden ab Anfang Juni ausgesät. Im Aussaatjahr wächst eine kräftige Blattrosette, die an ihrem Platz überwintert. Im kommenden Jahr blühen diese Pflanzen. Oft sterben sie nach der Blüte ab. Wenn sie weiterleben, bringen sie aber in den kommenden Jahren oft keine richtige Blütenfülle mehr. Stiefmütterchen, besonders die Hornveilchen blühen oft schon im Herbst.


Schwertlilien gehören zur Paradegattung des gesamten Staudenreiches. Schon im Altertum wurde diese edlen Pflanze mit ihren großen, oft duftenden Blüten verehrt und an zahlreichen Stellen gepflanzt.

Die Gattung Iris bietet eine unübersehbare Anzahl von Arten, Formen und wunderschönen Sorten. Die Gruppe Bartiris ist bei den Pflanzenliebhabern und Gartenfreunden sehr bekannt und am meisten verbreitet. Die Bartiris hat ihren Namen von ihrer bartähnlichen Behaarung und den Hängeblättern der Blüten. Sie gehören zu den Rhizomiris, denn sie besitzen eine wurzelartige Verdickung des Sprosses.