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Plagegeister im Garten

Plagegeister im Garten


„Blattläuse, igitt!“. Da hat man mühsam Pflanzen gesetzt und dann das! Von überall kommen die Schädlinge und fressen uns alles weg. Da schien die chemische Keule lange Zeit das richtige Rezept zu sein. Doch wohin gelangt das Gift schlussendlich?  

Freilich gibt es viele ungeliebten Plagegeister im Garten und nicht immer stellt sich das Gleichgewicht rasch ein, dass Nützlinge ihnen den Garaus machen. Dann gibt es noch immer ein paar bewährte Hausmittel. Altes und neues Gartenwissen hilft!

Tierische Schaderreger
Pilze und weitere Schaderreger


Befallene Buchsbäume können sich bei starkem Befall hellbeige färben. Bei einzelnen Blättern sind durch den Fraß der Raupen nur noch die Blattrippen vorhanden, von anderen nur noch der Stiel. Die jungen Raupen verursachen einen so genannten Schabefraß, bei dem nur die oberste Schicht des Blattes gefressen wird und sich scheinbar helle Flecken auf den Blättern bilden. Gesunde, grüne Blätter ragen noch an einzelnen Stellen aus der Pflanze hervor.


Die Raupen fressen, wenn sie die Blätter vollständig vernichtet haben, auch noch die grüne Rinde um die Zweige herum bis auf das Holz herunter. Alle Teile über diesen Fraßstellen sterben dann ab. Die ganze Pflanze ist eingesponnen. In den Gespinsten hängen grüne Kotkrümel.
Gelbgrün bis dunkelgrün sowie schwarz und weiß gestreifte Raupen mit schwarzen Punkten, weißen Borsten und schwarz er Kopfkapsel sind auf der Pflanze zu finden. Durch die sehr gute Tarnung der Raupen ist es bei Kontrolle der Buchsbäume sinnvoller, nach befressenen Blättern oder den grünen Kotkrümeln zu suchen.

Biologie
Der Buchsbaumzünsler überwintert als Raupe in einem Gespinst zwischen den Blättern und z.B. in Ritzen in der Nähe der Pflanze. Im Frühjahr je nach Witterung ab Mitte März bis Anfang April beginnen die Raupen wieder mit dem Fraß.
Sie werden bis zu 5 cm lang und durchlaufen 6 (bis 7) Larvenstadien. Der Entwicklungsnullpunkt liegt bei ca. 7°C. Die Raupe lebt in China vorzugsweise an dem dort heimischen Buchsbaum Buxus sinica. In Japan frisst sie am Gewöhnlichen Buchsbaum (B. sempervirens) und dem Kleinblättrigen Buchsbaum (B. microphylia), wobei. B. microphyila die bessere Nahrungsquelle für die Raupe ist. Sie nimmt dabei bei Temperaturen zwischen 18°C und 30 °C stets die gleiche (wohl optimale) Nahrungsmenge auf.

Betroffene Buchsbaumarten
Buxus sempervirens ist in Deutschland die vorherrschende Buchsbaumart, die aber auch stark durch den Buchsbaumzünsler gefährdet ist. In Ostasien bildet der Zünsler drei (bis vier) Generationen pro Jahr. In Deutschland ist mit mindestens 2, in wärmeren Gebieten mit 3 Generationen pro Jahr zu rechnen. Die Falter sitzen immer auf der Unterseite der Blätter, meist auf anderen Pflanzen, z.B. Hainbuche u.a., und fliegen auf, wenn sich Personen nähern. Sie sind gute und schnelle Flieger. Zur Eiablage suchen die Weibchen in ihrer Lebenszeit von ungefähr 8 Tagen gezielt nach Buchsbäumen. Die linsenförmigen Eier werden meist an die äußeren Blätter abgelegt. Nach dem Schlupf und erstem Fraß der jungen Raupen suchen diese das Innere der Pflanze auf.

MaßnahmenRegelmäßig kontrollieren!
Im Haus- und Kleingarten können über die gesamte Vegetationsperiode hinweg bei regelmäßiger, sorgfältiger Kontrolle, Gespinste herausgeschnitten und Raupen abgesammelt werden. Bewährt hat es sich, die betroffenen Buchsbäume im Inneren mit dem Hochdruckreiniger zu behandeln und die Raupen auf einer untergelegten Plane abzusammeln.
Zur biologischen Bekämpfung gibt es ein Bazillus thuringiensis-Präparat namens Xen Tari, das man bei www.biohelp.at bestellen kann. Es ist leicht anwendbar und wirkt gegen Schmetterlingsraupen auch im Obst-, Wein- und Gemüsebau. (Frostspanner, Eulen, Traubenwickler, Lauchmotten).

Wenn der jährliche Rückschnitt der Buchsbäume ca. 10 Tage nach Auftreten der Falter des Buchsbaumzünslers erfolgt, kann ein Großteil der abgelegten Eier bzw. frisch geschlüpften Raupen entfernt werden. Dieser Rückschnitt sollte in Plastiksäcken gut verschlossen im Restmüll entsorgt werden.


Die Larven der 150 Arten von Blatthornkäfern, wie Maikäfer, Junikäfer oder Gartenlaubkäfer und Dickmaulrüssler treten in manchen Gegenden alle drei bis vier Jahre massenhaft auf und fressen dann großflächig die Rasenwurzeln, aber auch die feinen Wurzeln junger Bäume.

Die Engerlinge brauchen 100 % Luftfeuchtigkeit, fühlen sich daher im verdichteten Rasenboden besonders wohl und mögen es gar nicht, wenn der Boden gelockert wird. Sie sind 20 bis 35 mm lang, von bananen- bis U-förmiger Gestalt und von weißgrauer bis gelblicher Farbe. Die Kopfkapsel ist gelb bis dunkelbraun. Die Maikäferlarven bewegen sich gekrümmt in der Seitenlage, die Junikäferengerlinge kriechen in Bauchlage. Die Larven des Gefurchten Dickmaulrüsslers sind beinlos und etwa 12 mm lang. Sie sind nicht im Rasen sondern fressen die Wurzeln von Zierpflanzen. Die fast nur verrottendes Material fressenden Rosenkäferlarven kriechen in Rückenlage. Fallen Sie beim Umsetzen aus dem Kompost, sollen sie wieder zu neuem groben Kompostmaterial gegeben werden.

Je mehr Natur, desto weniger „Schädlinge“!
Im tierfreundlichen Garten treten Engerlinge nicht in Massen auf. Maulwürfe, Igeln, Amseln, Fledermäuse und Spitzmäuse fressen Engerlinge, hinterlassen dabei aber oft typische Schäden im Rasen, ebenso die Hühner. Schweine, Wildschweine und Dachse räumen mit Engerlingen auf – allerdings auch mit dem Rasen.
Eine Bekämpfung der Käfer ist nicht sinnvoll und auch meist nicht durchführbar. Früher wurden Maikäfer eingesammelt. Empfehlungen, betroffene Flächen zur abendlichen Flugzeit um ca. 21 Uhr mit engmaschigen Netzen oder Planen abzudecken, um die Käfer an der Eiablage zu hindern, sind unpraktisch. Manche nehmen die Bekämpfung sportlich und gehen um diese Abendzeit mit dem Tennisschläger auf Käferjagd.



Nematoden gegen Engerlinge
Eine chemische Bekämpfung der Engerlinge schließt sich aus, da auch das Bodenleben zerstört würde. Sind die Schäden noch relativ gering, so bietet sich eine biologische Bekämpfung an. Dazu werden Nematoden eingesetzt. Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer sind im Inernet zu bestellen (www.biohelp.at) und werden bei Temperaturen über 10 Grad und bei feuchtem Boden ab April mit der Gießkanne über den Rasen gegossen. Die 0,5 mm kleinen Fadenwürmer dringen in die Engerlinge ein und übertragen ein Bakterium, das zu dessen Absterben führt. Die befallenen Larven verfärben sich orange. Mit den Engerlingen sterben auch die Fadenwürmer und die Bakterien.

Mechanische Bekämpfung der Engerlinge
Auf größeren Flächen im Garten könnten Aerifizierer oder Nadelwalzen eingesetzt werden. Vertikutierer sind nicht zweckmäßig, da sie sehr tief eingestellt werden müssten. Da verwendet man lieber gleich eine Fräse. Wichtig ist, dass die Engerlinge direkt getötet werden oder ans Sonnenlicht kommen. Sie versuchen, gleich wieder in die Erde zu kriechen, woran man sie, etwa mit einem Rechen, hindern sollte. Wer Hühner hat, kann sie diese Arbeit erledigen lassen.


Erdbeeren sind als Problemkinder im Garten bekannt. Gerade der Grauschimmel sorgt oft für gravierende Ausfälle. Dieser Pilz, der auf abgestorbenen Pflanzenteilen überwintert, infiziert im Frühjahr die Erdbeerpflanzen. Grauschimmel kann man auch als „Schwächeparasit“ bezeichnen, denn er weist auf ungünstige Wachstumsbedingungen hin. Begünstigt wird diese Krankheit durch häufige Niederschläge während der Fruchtbildung und durch einen zu engen Stand. Die befallenen Früchte zeigen als Folge einen sich schnell vergrößernden grauen flächigen Schimmelbelag. Die Erdbeeren sterben ab. Auf den Blättern entstehen rotbraune Flecken.

Als Gegenmaßnahme ist bei der Pflanzung auf weite Abstände, zwischen den Reihen bis zu einem Meter und in der Reihe von 30cm zu achten. Erdbeeren bevorzugen einen feuchten mittelschweren bis leichten, nährstoffreichen Boden. Als Waldpflanzen brauchen sie einen hohen Humusgehalt und einen schwachsauren Boden (pH 6). Beides erreicht man, indem man die Erdbeeren mit zerkleinerten Ästen und Koniferennadeln mulcht.

Der Boden sollte gut gelockert sein. Eine Gabe von Gesteinsmehl im Frühjahr ist sinnvoll. Eine einseitige Stickstoffdüngung gerade im Frühjahr ist allerdings zu vermeiden. Die Pflanzen werden in diesen Monaten mit Schachtelhalmtee überbraust. Dazu kocht man 150 g getrockneten Schachtelhalm, der vorher über Nacht in einem Liter Wasser eingeweicht wurde, eine halbe Stunde, füllt auf 10 Liter Wasser auf und spritzt fünffach-verdünnt über Pflanzen und Boden.


Gute Erfahrungen haben auch eine Bepflanzung mit Knoblauch oder Zwiebeln zwischen den Reihen gebracht. Gut drei Wochen, bevor die ersten Früchte reifen, werden die Reihen mit Holzwolle oder Stroh abgedeckt. Dies schafft ein trockeneres Mikroklima und die Früchte verschmutzen nicht. Erkrankte Früchte und Blätter sind zu entfernen, da von ihnen ansonsten eine erneute Infektion ausgehen kann.


Seit Jahrzehnten sorgen Thujen an der Grundstücksgrenze für Privatsphäre und ganzjährigen Sichtschutz. Sie galten als robust und an unser Klima angepasst. Dann kam der Thujen-Borkenkäfer …

Drei Gefahren kennen die Thujen, auch abendländische Lebensbäume genannt, in unseren Gärten. Da gibt es erstens die übereifrigen Gartenbesitzerinnen und -besitzer, die ihren Pflanzen ein Übermaß Liebe angedeihen lassen: zu viel Dünger, zu viele Spritzmittel, zu viel Gartenschere. Geht der Schnitt zu tief, ist es vorbei mit der grünen Pracht – vor allem an den Seiten verzeiht eine Thujenhecke einen Schnitt in die verholzten Äste hinein nicht.

Zweitens sind die verhältnismäßig robusten Pflanzen, wenn sie als Monokultur in schlecht vorbereitete Erde an ungünstiger Stelle gepflanzt wurden, doch sehr anfällig für Umwelteinflüsse wie etwa Trockenheit im Winter. An Wassermangel, insbesondere in den ersten drei Jahren, sterben die meisten Thujen; Schadstoffe und Streusalz an der Straße tun ihr Übriges. Derart geschwächt, haben altbekannte wie neu eingeschleppte Schädlinge oft ein leichtes Spiel. Diese wiederum stellen die dritte Gefahr für den Lebensbaum dar.



Schädlinge und Krankheiten

Wenn die jungen Blätter und die Triebspitzen braun werden, sind fast immer Pilzkrankheiten daran schuld, die bei Mangel an Magnesium und Kalzium besonders leichtes Spiel haben. Unter den Schädlingen, die wir oft mit neuen Pflanzen heimbringen, richtet die Thujen-Miniermotte den größten Schaden an. Ein- und Ausbohrlöcher an den Triebspitzen sind ein sicheres Zeichen, dass sich die Motte eingenistet hat. Das 2 bis 3 mm kleine Insekt, das sich ins Holz bohrt und dort seine Eier ablegt, führt zum Absterben der Triebe und schließlich der gesamten Pflanze. Die Larven fressen sich nämlich im Laufe ihrer Entwicklung durch die Triebe. Daher müssen diese, wenn sie braun werden, rasch weggeschnitten und sicher entsorgt werden, denn die Motte kann sich schnell ausbreiten. Auch zum Problem wird der noch weniger bekannte Thujen-Borkenkäfer*. Relativ harmlos ist hingegen ein Befall mit der Thujen-Spinnmilbe.

Geschmäht und gehasst

Abgefackelte Hecken und bei Nacht und Nebel umgesägte Thujen kommen zwar selten vor, doch in etlichen Internet-Foren zum Thema Garten tauchen immer wieder Schmähungen gegen Thuja occidentalis auf. Dabei erfüllt der Abendländische Lebensbaum im Garten doch vielfach seine Zwecke. Als lebender Zaun hat er jeder toten Metall-, Stein- oder Kunststoffeinfriedung viel voraus.

Mit wenig Aufwand lässt sich eine Thujenhecke auch „aufpeppen“ – zum Beispiel durch die Pflanzung von bunten Blumen und Stauden vor der Hecke.

Willi Frickh


* Wie sich die Thujen-Borkenkäfer ausbreiten und was Sie dagegen tun können, lesen Sie auf S. 29 der aktuellen Siedlerzeitung (Frühling 2021). Mehr zu Lebensweise und Schadbild des Thujen-Borkenkäfers finden Sie zudem bei der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit: https://www.ages.at/themen/schaderreger/thujenborkenkaefer


Verbrennen von krankem Pflanzenmaterial

Nur von bestimmten Krankheiten befallene Stauden, Sträucher und Bäume dürfen verbrannt werden.

Bitte beachten Sie, dass Gartenabfälle, Strauch- und Baumschnitt nach dem Luftreinhaltegesetz nicht im Garten oder sonst im Freien verbrannt werden dürfen.
Um die Ausbreitung von gefährlichen Pflanzenkrankheiten zu verhindern, gibt es einige Ausnahmen. Nach wie vor steht die Reblaus auf der Liste. Es soll weiterhin von Feuerbrand befallenes Holz oder Reisig an Ort und Stelle verbrannt werden. Aber auch die dürren Zweige der Monilia-Zweig- und Spitzendürre sollen verbrannt werden.


Im Besonderen soll die Verbreitung neuer, eingeschleppter Schädlinge und Krankheiten verhindert werden.

Asiatischer Laubholzbockkäfer
Zitrusbockkäfer
Birnenverfall, Phytoplasmose
Apfeltriebsucht, Phytoplasmose
Sharkaviruskrankheit bei Steinobst
und einige Pilzkrankheiten.

Vor dem Verbrennen v.a. größerer Mengen befallenen Materials muss unbedingt das Gemeindeamt von der Maßnahme informiert werden.


Die Schrotschusskrankheit ist eine von dem Pilz Wilsonomyces carpophilus (=Stigmina carpophila (Lev.) M. B. Ellis (= Clasterosporium carpophilum)) verursachte Pflanzenkrankheit.


Schadbild:
Aufgehellte Punkte an jungen Blättern verschiedener Steinobstarten, die sich nach wenigen Tagen rötlichbraun verfärben. Die Pflanze startet eine Abwehrreaktion, bei der der Pilz ausgegrenzt wird. Dadurch brechen nach etwa zwei Wochen die nekrotischen Gewebeteile innerhalb der Flecken aus und hinterlassen 1–10 mm große, rot umrandete Löcher. Das Laub wirkt vor allem bei stärkerem Befall wie von Schrotkugeln durchlöchert.

Vorbeugung:
Beim Kauf auf kräftige, gesunde und möglichst krankheitsresistente Seinobstgewächse achten. (Bisher sind keine komplett resistenten Sorten bekannt).
Empfindliche Sorten auf Standorte pflanzen, wo sie möglichst vor Dauerregen geschützt sind.
Krone locker halten. Freier Standort lässt das Laub schnell abtrocknen.
Mulchen der Baumscheibe, Bepflanzen mit Knoblauch od. Zwiebeln (ev. Kren)
Zurückhaltende Stickstoffdüngung


Maßnahmen:
Alle befallenen Blätter und Früchte von der Pflanze entfernen bzw. vom Boden aufsammeln und entsorgen (nicht kompostieren)
Pilzbefallene Triebe abschneiden

Bekämpfung:
chemische Behandlung (nur durch Personen, die nach § 17 Bodenschutzgesetz sachkundig sind) mit Fungizidpräparaten (z. B. Baycor M/Ectiva im zeitigen Frühjahr.
präventiv: Kupferspritzung vor dem Knospenaufbruch.
Bei starkem Befall nach der Blüte: (z. Delan nach genauer Gebrauchsanweisung)
Captan, Carbendazim, Kupfer (diverse Formulierungen), Trifloxystrobin. es handelt sich hierbei um Wirkstoffe

biolog. Landbau: Ab beginnendem Austrieb mit Pflanzenstärkungsmitteln (Neudo-Vital Obst-Pilzfrei) spritzen. Tonerde und Netzschwefel.



Schadbild:
Recht auffällig sind für diese Pilzkrankheit an Sauerkirsche (aber auch an Süßkirsche und anderen Prunus-Arten) die auf der Blattoberseite auftretenden fein verteilten kleinen, deutlich rot/braun gefärbten Flecken (gehäuft meist am Blattrand), die etwa ab Mitte Mai/Anfang Juni auftreten. Auf der Blattunterseite zeigen sich ergänzend eckige Flecken mit einem weißlichen Sporenrasen.

Vorbeugung und Bekämpfung:
Feuchtes Kleinklima meiden durch weite Pflanzung, lockeren Kronenaufbau und freie Strandorte. Laubentfernung im Herbst als wichtigste

Maßnahme:
Im Bedarfsfall mehrere Spritzungen mit Fungiziden zum Austrieb.


In manchen Jahren treten Wiesenschnaken massenhaft auf. Braune Flecken im Rasen, das massenhafte Auftreten von „Würmern“ auf Terrassen und im Gras führt zu Anfragen bei Gärtnern und im Biologiezentrum.

Lebensweise:
Die Mückenart mit einer Länge von 16 bis 25 mm fällt durch die langen Beine auf. Sie fliegen von August bis Oktober und häufig kann man mit den Hinterenden aneinandergekoppelte, fliegende Pärchen beobachten. Das Weibchen mit ihren kurzen Flügeln kann kaum längere Strecken als 5 m auf einmal zurücklegen.

Nach der Befruchtung legt es etwa 300 bis 500 Eier ca. 5 mm in den Boden und stirbt. Nach 11 bis 15 Tagen schlüpft das erste Larvenstadium, das sich bei feucht-kühler Witterung gut entwickelt. Die Larven fressen die feinen Graswurzeln. Das dritte Larvenstadium überwintert. Sie leben in der obersten Bodenschicht bis 2,5 cm und überwintern auch dort. Durch milde Winter mit Jännertemperaturen von höchstens –1 Grad erfolgt ein Schadauftreten im Frühling. Die Gräser werden im April und Mai in der Nacht und bei trübem Wetter dicht über dem Boden abgefressen und es entstehen braune Flecken im Rasen. Die Schadschwelle (nach Petersen 2012) liegt bei 100 Larven pro m2. Es können Populationsdichten von 600 Larven pro m2 auftreten. Es können Sekundärschäden durch Krähen (und Wildschweine) auftreten, die die Grasnarbe aufreißen.
Nach einer Ruhephase des vierten Larvenstadiums erfolgt die Verpuppung und das Schlüpfen der Wiesenschnacken im Herbst. Kohlschnacken schlüpfen bereits im Sommer und legen bis zu 1000 Eier.



Bekämpfung:
Auf Wiesen und Weiden wird im Herbst der Einsatz einer Walze empfohlen.

Nematoden:
Nematoden werden meist erst im Herbst empfohlen, u.U. ist auch der Einsatz im April/Mai möglich (Beschreibung beachten.) Eine Bekämpfung von Wiesenschnakenlarven ist mit der insektenpathogenen Nematodenart Steinernema carpocapsae möglich. Die mikroskopisch kleinen Nematoden bohren sich in die im Boden lebenden Larven der Wiesenschnake ein und vermehren sich dort, was schließlich zum Absterben des Wirtsorganismus führt. Es empfiehlt sich die
Nematoden zwischen Mitte September und Anfang Oktober auszubringen, da die zu
diesem Zeitpunkt lebenden Larven des ersten und zweiten Larvalstadiums aufgrund ihrer noch dünnen Haut wesentlich leichter von den Nematoden infiziert werden können, als die nach der Überwinterung vorhandenen Wiesenschnakenlarven des dritten und vierten Larvalstadiums.

Rasenfläche walzen:
Mit einer wassergefüllten Rasenwalze lässt sich der Tipula-Befall um 30 % reduzieren. Ideal ist eine Stachelwalze, die bei trockenem Boden aber feuchter Oberfläche einmal längs und einmal quer über die Rasenfläche geschoben wird.

Vertikutieren: Da die Larven in der obersten Erdschicht leben, kann Vertikutieren den Befall reduzieren. Wenn der kurz gemähte Rasen kreuz und quer vertikutiert wird, bleibt an den befallenen Stellen kaum mehr als braune Erde übrig und es muss nachgesät werden.

Anlocken und Absammeln:
Auf kleineren Flächen kann man versuchen, nachts oder bei trübem Wetter auch am Tag die oberirdisch fressenden Larven abzusammeln.
Als Köder können 10 Teile feuchte Weizenkleie vermischt mit 1 Teil Zucker am Rasen ausgebracht werden. Das lockt die Schnakenlarven an und sie können in der Nacht (mit Taschenlampe) abgesammelt werden.

Eiablage verhindern:
Vliesabdeckung zur Zeit der Eiablage. In der Praxis meist nicht durchführbar.

Natürliche Feinde fördern:
Amseln, Stare
Die natürlichen Feinde der Wiesenschnake hinterlassen oft „Sekundärschäden“, wenn sie nach den Larven graben. Manchmal wird erst dadurch der Befall sichtbar.


Feld- und Wühlmäuse machen sich über Getreide, Mais, Rüben, Kürbisse, Erdäpfel und andere Pflanzen her und können binnen kurzer Zeit die Wurzeln junger Obstbäume vernichten, das Erdäpfelfeld kahlfressen, den Rebengarten, den Gemüsegarten und die Blumenbeete zerstören.

Die Erdbewohner sind fast nicht zu sehen und damit kaum zu erwischen. Katzen sind wenig zuverlässige Mäusefänger, zudem leben verwöhnte Hauskatzen ihren Jagdtrieb kaum mehr aus.

Falken und Mäusebussarde brauchen hohe, alleinstehende Ansitze, wo sie problemlos mit ihren teils beachtlichen Flügelspannweiten landen und wieder losfliegen können. Eine selbst gebaute, etwa 7 m hohe Ansitzstange mit einem Mindestdurchmesser von 8 cm wird mit einer Aufsitzstrebe versehen, damit die Vögel mit ihren Klauen gut aufgreifen können. Die Ansitzstange muss hoch genug sein, damit die Flugräuber per Sturzflug auf ihre Beute stürzen können. Müssen sie zuerst in die Höhe fliegen, weil die Stange zu kurz ist, können die Mäuse den Flügelschlag bzw. den Schatten merken und fliehen.

Harald Pachler unser Spezialist für Wühlmaus- und Rattenfang und Gartenfachberater in Ohlsdorf berät Sie gerne: Tel. 0699/81 46 25 51
Er bietet auch Wühlmausfangkurse an.
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