- Gemüsegarten
- Obstgarten
- Beerengarten
- Lagerung im frostfreien Erdkeller
- Ziergarten
- Balkon und Terrasse
Der „Altweibersommer“
Von Ende September bis zum Mittherbst-Hoch im Oktober zieht sich mit dunstigen Morgennebeln und schönen Tagen der Altweibersommer hin. Benannt ist er nach den Spinnenfäden, die durch die Luft fliegen und an das Haar alter Frauen erinnert. Die spätsommerliche Schönwetterperiode tritt mit großer Häufigkeit auf. Ursache ist ein Festlandhoch über Osteuropa, das trockene Luft nach Mitteleuropa einströmen lässt und für die starke Laubverfärbung sorgt.


Gemüsegarten
Was können wir jetzt noch pflanzen?
Die Beete sollen nie lange unbedeckt bleiben. Wenn wir rechtzeitig pflanzen, gedeihen noch viele Sorten an Schnitt- und Pflücksalaten, Spinat, Vogerlsalat und Asiasalate. Auch Gründüngungspflanzen wie Phazelia und Buchweizen wachsen noch an.
Das „Wintergarteln“ wird immer beliebter
Die Zeiten mit klirrend kalten und lang andauernden Wintern sind schon sehr zur Ausnahme geworden. Daher können wir sogar ernten, wenn gerade kein Schnee liegt. Klug ist es, jetzt schon Karotten anzubauen. Sie wachsen besser an als im Frühling und haben dann einen Vorsprung.
Schnitt- und Pflücksalate wie den Amerikanischen Braunen kann man säen, und die Asia-Salate sind für die Winterernte sehr empfehlenswert. Ob der gefranste ‘Mizuna’ oder Senfkohlarten wie ‘Red Giant’ oder ‚Green in the Snow‘, sie verleihen dem Wintersalat Frische und Würze.


Asia-Salate für den Winter
Viele der Senfkohlarten trotzen kalten Temperaturen.
Es empfiehlt sich, Asia-Salate im leeren Gewächshaus oder in etwas geschützten Kistchen oder Töpfen anzubauen.


Vogerlsalat bis -15 Grad
Was für den Spinat gilt, gilt auch für den Feldsalat. Er wächst noch bei Temperaturen über 5 Grad, was bis in den November hinein der Fall sein kann. Erst unter -15 Grad erwischt es ihn, wenn er keinen Schutz unter einer Schneedecke findet.


Zuckerhutsalat kann bis minus 8 Grad im Freien bleiben. Winterendivien vertragen bis zu minus 4 Grad. Es ist günstig, Winterendivien so lange wie möglich im Freien zu belassen, da sie leicht den Geruch eines dumpfen Kellers annehmen.
Chinakohl verträgt zwar Frost, sollten aber geerntet werden, bevor die Temperatur unter minus 5 Grad sinkt. Endivien, Chinakohl und Zuckerhut können mit den Wurzeln im Frühbeet oder Glashaus eingeschlagen werden. Dazu macht man einen Graben, gibt das Gemüse hinein und schüttet die Wurzeln mit Erde zu.
Grünkohl und Sprossenkohl ernten
Erst nach dem ersten Frost schmecken einige Kohlsorten so richtig gut, etwa Wirsing oder Palmkohl. Beim Grünkohl kann man laufend ein paar junge Blätter ernten und zum gemischten Gemüse dazugeben.
Obwohl Sprossenkohl normalerweise den Winter auch am Beet gut überstehen, können ihnen aber starke Kahlfröste schon zusetzen. Beim Sprossenkohl lässt sich die Erntemenge erhöhen, wenn man zuerst die voll entwickelten Rosen, die sich hauptsächlich im unteren Bereich des Strunks befinden, erntet. Dann haben die kleinen, noch nicht voll ausgebildeten Röschen Zeit, sich gut zu entwickeln.


Keine Angst vor dem Frost
Manche Blattgemüse vertragen einige Minusgrade. Endiviensalat bis zu minus 4 Grad C., Zuckerhut, Radicchio und Chinakohl können noch länger draußen bleiben, etwa bis minus 6 Grad C. Wer ein Frühbeet besitzt, sollte zu gegebener Zeit Blattgemüse mit den Wurzeln ernten und dort „einschlagen“, also mit den Wurzeln nach unten dicht an dicht hineinstellen. Bei der Ernte darf keine Erde in die Blätter kommen, da sie ansonsten zu faulen beginnen. Bei Plustemperaturen ist laufend zu lüften, damit die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch wird. Das eingeschlagene Blattgemüse auf Schnecken überprüfen! Besonders die kleinen Nacktschnecken richten großen Schaden an.
Porree, Lauch
Lauch wird noch angehäufelt und mit Laub geschützt. Damit der Wind das Laub nicht verweht, sollte man Reisig darüberlegen. Man kann aber auch diese Gemüse mit den Wurzeln ausgraben und dicht in Steigen oder Kisten stellen. An einer geschützten Stelle werden die Steigen mit Laub oder Reisig vor Frost und Nässe geschützt. Kommt der Lauch in den kühlen Keller, so werden die Blätter zur Hälfte gekürzt und die Pflanze wird bis zur Hälfte in leicht feuchten, nassen Sand eingeschlagen. Vom Porree werden die weißen Schäfte und die ersten 10 bis 15 cm der grünen Blätter verwendet. Da zwischen den Porreeblättern oft Sand und Erde steckt, schneidet man die Stangen der Länge nach bis knapp unter das Schaftende ein. Anschließend spült man Sand und Erde heraus.
Knoblauch und Winterzwiebel
Knoblauch bringt die besten Erträge, wenn dieser im Oktober etwa 5 cm tief in den Boden gesteckt wird. Reihenabstand 25 bis 30 cm, in der Reihe beträgt der Abstand 5 bis 10 cm. Im Oktober kann noch Wintersteckzwiebel gesetzt werden. Gegen strenge Kälte sollte man Wintersteckzwiebel rechtzeitig mit Reisig decken, damit er nicht ausfriert.

Wann ist Gemüse erntereif?
Im Oktober legen die meisten Gemüse noch sehr zu. Die ersten Nachtfröste sollten uns nicht dazu verleiten, die Ernte der zur Lagerung bestimmten Gemüsearten zu früh vorzunehmen. Sie sind meist harmlos und schaden nicht.
Karotten, Petersilie, Sellerie und Winterrettiche und verschiedene Kohlarten sollten erst gegen Ende Oktober geerntet werden. Zu frühes Ernten verringert die Haltbarkeit. Doch sollte Gemüse auch nicht zu alt werden. Dies trifft besonders bei den Roten Rüben zu. Zwiebel wird erst geerntet, wenn das Laub ganz vergilbt ist.
Wurzelgemüse
Mit der Ernte vom Wurzelgemüse sollte man möglichst lange warten, denn es legt noch gewaltig zu. Gut ausgereiftes Gemüse hat eine längere Lagerzeit. Es sollte natürlich auch nicht überreif sein. Die Ernte von Wurzelgemüse erfolgt sehr vorsichtig, damit nicht durch Beschädigung die Lagerzeit vermindert wird. Bei Karotten und Petersilie sticht man mit der Grabgabel vorne die Erde weg und dann kann man die Reihen mit der Grabgabel sachte nach vorne drücken. Bei günstigem Wetter lässt man das Wurzelgemüse am Beet abtrocknen und lagert es dann.


Schwarzwurzeln
Sobald sich die Blätter verfärben, können Schwarzwurzeln vorsichtig mit der Grabgabel geerntet werden. Wird im Winter das Beet mit Stroh oder Laub zugedeckt, kann man, wenn es das Wetter zulässt, laufend bis April ernten. Bei Wühlmausgefahr ist es meist besser, die Wurzeln in feuchtem Sand im Keller zu lagern.
Kürbisse kann man recht lange lagern, wenn sie reif geerntet werden. Die Reife erkennt man am eingetrockneten Stiel. Reife Kürbisse nimmt man mit dem Stiel ab und lagert sie kühl und frostfrei. Kürbisse sind reif, wenn der Stiel einschrumpft und die Schale knackt, bevor sie eingedrückt wird.

Lagergemüse sollte laufend kontrolliert werden. Ist der Lagerraum zu trocken, sollten Kübel mit Wasser aufgestellt werden. Ist es im Lagerraum zu warm, sollten bei niedrigen Plusgraden die Fenster geöffnet werden.
Zwiebeln und Kartoffeln öfters wenden, wenn sie in mehreren Schichten aufeinanderliegen. Verfaulte Kartoffel aussortieren, sie stecken sonst laufend die gesunden an. Kartoffeln keimen kaum an, wenn diese mit Zwiebel, Knoblauch oder sonstigen, ätherischen Ölen enthaltenden Stoffen, gelagert werden. Sie sollten jedoch nicht mit Äpfeln gelagert werden, da diese ein Reifegas verströmen.
Nüsse täglich sammeln
Sobald die Walnüsse herabfallen, sollten sie nicht zu lange auf dem Boden liegen. Kühle Nächte und neblige, feuchte Morgen lassen Schimmelpilze leicht wachsen. Am besten sammelt man täglich und trocknet die Nüsse nicht zu dicht übereinandergeschichtet an einem luftigen Ort. So sollten sie bis zum Aufknacken auch gelagert werden.

Erdäpfel – So lagert man sie
Wer hat noch einen Kartoffelkeller?
Was bei der Lagerung unbedingt beachtet werden soll: – Dunkel und trocken lagern. Kartoffeln faulen leicht und bei zu viel Licht bildet sich das giftige Solanin.
– Kühl lagern, zwischen 4 und 8 Grad.
– Luftig lagern, in Holzkisten, Weidenkorb, Säckchen aus Leinen oder Jute.
– Nicht neben Obst lagern. Äpfel und Birnen (Zwetschken, Bananen und Pfirsiche) geben Ethylen ab, das die Erdäpfel rascher reifen und verderben lässt.
Rhabarber pflanzen
Für Rhabarber ist der November ein sehr guter Monat. Vor allem, wenn sie ihren Rhabarber jetzt verpflanzen oder zu groß gewordene Exemplare teilen möchten. Auch eine Neupflanzung wäre nun günstig.
Kren ausgraben
Kren für den Winterbedarf wird vor dem Frost ausgegraben. Die großen Wurzeln werden in feuchten Sand eingelegt. Die dünnen, langen Endwurzeln (Fechser) gibt man gleich wieder in die Erde, da diese im nächsten Herbst zu Ernten sind.
Obstgarten
IM OKTOBER IST DER HÖHEPUNKT DER OBSTERNTE, DOCH ZUGLEICH AUCH DAS ENDE.
Für die Qualität des Lagerobstes ist ganz besonders der Erntezeitpunkt ausschlaggebend. Das gilt für den Geschmack, für die Farbe der jeweiligen Sorte und vor allem ist der Zeitpunkt der Ernte für die Lagerfähigkeit entscheidend. Wir unterscheiden beim Obst eine Pflückreife und eine Genussreife
Ein Apfel ist pflückreif, wenn sich bei einer halben Drehung und leichtem Anziehen der Stängel vom Fruchtknoten löst. Bei Birnen macht man statt der Drehung einen leichten Knick und zieht dann leicht an, wobei sich ebenfalls der Stängel vom Fruchtknoten lösen muss. Es dürfen auch nicht alle Früchte eines Baumes an einem Tag geerntet werden, denn die von der Sonnenseite reifen früher als jene von der Schattenseite.



Obstbäume pflanzen
Nun ist wieder die Zeit zum Pflanzen von Obstbäumen. Am günstigsten ist es nach dem Laubfall. Auch im November ist es meist noch so warm, dass die Wurzeln anwachsen. Frisch gepflanzte Bäume brauchen gleich oder spätestens im Frühjahr einen Pflanzschnitt.
Die Bäume sollten nur in einer guten Baumschule gekauft werden, damit man Qualität bekommt und wichtig ist, dass diese in ungefähr gleichen Boden- und Klimaverhältnissen gezogen wurden.
Außerdem ist gut zu überlegen, welche Sorten man will. Mit den Früchten sollte man ja lange Freude haben. Daher wäre es günstig, das gewünschte Obst vorher zu kosten oder sich zumindest über den Geschmack zu informieren und das ist in jeder guten Baumschule möglich.
Quitten – die steinharten wolligen Äpfel aus Kreta
Cydonia oblonga wächst als Strauch bis 6 m hoch und ist monilia- und feuerbrandanfällig. Die apfel- oder birnenförmigen Früchte werden von September bis November reif und sind bis 8 Wochen lagerfähig. Der filzige Flaum an der Außenhaut wird mit einem Tuch abgerieben. Die Früchte werden geschält und entkernt zu Gelee, Mus, Marmelade, Saft oder Quittenbrot verarbeitet.

Wenn der Apfelbaum im Oktober blüht
Die späte Apfelblüte ist gar nicht so ungewöhnlich. Die Knospen werden im Juli August ausgebildet und wenn dann eher schlechtes Wetter ist und Hitze im September, dann glaubt der Baum es wird Frühling und fängt an zu blühen. Es bleiben aber genug Knospen für den Frühling übrig.
Zwetschken – die blauen Multi-Talente in der Küche
Außen blau bis violett, innen grün bis gelb, im Geschmack säuerlich bis süß, gesund – aber vor allem köstlich und vielseitig: Die Zwetschke gehört in unseren Breiten zu den beliebtesten Obstsorten.
Die Urheimat der Zwetschke liegt zwar im vorderen Orient, doch wird sie in Mitteleuropa bereits so lange kultiviert, dass sie durchaus als „heimisch“ bezeichnet werden darf. Ihre Beliebtheit zeigt sich einerseits darin, dass Zwetschkenbäume aus dem traditionellen Hausgarten kaum wegzudenken sind, und andererseits in den vielen Möglichkeiten, wie man die köstlichen Früchte genießen kann. Die erste und beste Gelegenheit dazu bietet sich ja bereits, wenn man die Zwetschken noch in ihrem dunklen Blau und überzogen mit einem leichten weißen Film durch die grünen Blätter schimmern sieht. Direkt vom Baum gepflückt und vernascht – so frisch und einfach gut schmecken sie nirgendwo sonst! Da zergeht der Geschmack des Sommers, der sich nun seinem Ende zuneigt, förmlich auf der Zunge.

Zwetschkenernte – gewusst wie
Die Natur hat es so eingerichtet, dass die Zwetschken eines Baumes schrittweise reifen. Dabei gilt: Je mehr Sonne die Früchte bekommen, desto früher sind sie „fertig“. Die ersten Zwetschken werden daher meist auf der dem Süden zugewandten Baumseite reif; und außerdem reift das Obst am Rand der Krone schneller als jenes im Inneren des Baumes. so lassen sich die Früchte nach und nach ohne Zeitdruck ernten. Optimal dafür ist der Vormittag: Erstens sind die Früchte kann schon trocken vom Tau der Nacht, und zweitens kommt man den Wespen zuvor, die an den reifen Zwetschken ebenfalls große Freude haben. Wie aber weiß man, ob die Zwetschken schon reif sind? Eine einfache Probe gibt Sicherheit: Auf Fingerdruck sollten die Früchte leicht nachgeben. Das kräftige Gelb des Fruchtfleisches ist ein weiterer Hinweis, dass die zeit fürs Pflücken gekommen ist.
Gesund und gut
Fachleute nennen den weißen, wachsartigen Belag auf den Zwetschken Duftfilm; er schützt die Früchte vor Austrocknung und sollte erst unmittelbar vor dem Verzehr bzw. der Verarbeitung abgewaschen oder abgewischt werden. Dabei kommt dann die tatsächliche Farbe der Zwetschkenhaut zum Vorschein. Das Blauviolett stammt von den sekundären Pflanzenstoffen aus der Gruppe der Flavonoide, die darin enthalten sind. Sie wirken nicht nur als Farbstoffe, sondern üben auch einen positiven Einfluss auf das menschliche Immunsystem aus: Sie stärken die Abwehrkräfte und beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Damit nicht genug, enthalten Zwetschken auch viele Spurenelemente wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink. Bereits fünf Früchte decken die Hälfte des empfohlenen Tagesbedarfs an Zink. Es gibt zwar Obstsorten, die einen höheren Vitamingehalt aufweisen als Zwetschken, aber ganz zu verachten ist die Gesundheits-Bilanz nicht: Das Provitamin A schützt die Haut, und Vitamin C unterstützt das Immunsystem. Vor allem aber die Gruppe der B-Vitamine sind ein Kraftpaket für die Seele, denn sie beruhigen die Nerven und machen uns weniger anfällig für Stress.
Dörrzwetschken
Das alles gibt es nicht nur zur Reifezeit der Zwetschken, denn sie eignen sich auch hervorragend zum Dörren, wobei sie den Großteil der Vitamine und Nährstoffe behalten. Durch ihren relativ hohen Zuckergehalt können sie auf diese Weise auch als gesundes Süßungsmittel in Backwaren, Müslis und anderen Süßspeisen eingesetzt werden. Dörrzwetschken sind es auch, die als Hausmittel bei Darmträgheit und Verstopfung schon lang bekannt sind. Angeblich schätzten schon die Römer die verdauungsfördernde Wirkung der Früchte, die auf die Pflanzenfasern Zellulose und Pektin zurückzuführen ist. Diese Stoffe kann der Mensch nicht verdauen, sie quellen auf und regen den Darm damit zur „Arbeit“ an. Aber Achtung: Wer zu viele Zwetschken auf einmal nimmt, sieht sich manchmal mit dem Gegenteil von Verstopfung konfrontiert … „Die Dosis macht’s …“, sagte schon Paracelsus.
(Tief-)Gekühlt haltbar
Frische Zwetschken halten sich im Kühlschrank etwa eine Woche lang, am besten eingeschlagen in Papier. Bei der Lagerung ist zu beachten, dass die blauen Früchte Ethylen absondern, was den Reifeprozess anderer Obstsorten beschleunigen kann. Wer die Ernte aus dem eigenen Garten nicht direkt vom Baum aufessen oder verarbeiten möchte, kann sie auch einfrieren. Am besten eignen sich dazu frische, feste Früchte, denn weiche Zwetschken werden nach dem Wieder-Auftauen matschig. Empfehlenswert ist es, die Früchte zu teilen, den Stiel und die Kerne zu entfernen und die halbierten Zwetschken auf einem Backblech vorzufriehren, bevor man sie – möglichst unter Ausschluss von Luft – abgepackt tieffriert. Auf diese Weise bleiben die Früchte nicht ganz bis zur nächstjährigen Erntezeit haltbar, doch immerhin etwa acht Monate.
Vielseitigkeit
Die Verwendungsmöglichkeiten von Zwetschken sind fast ebenso zahlreich wie das Sorten-Angebot. Neben dem Frischverzehr, dem Dörren und Tiefkühlen lassen sich aus dem Steinobst Kompotte, Marmeladen und Röster herstellen, und zwar sowohl in reiner Form als auch in Kombination mit anderem Obst wie Äpfel, Birnen, Hollerbeeren und vielem anderen mehr. Daneben gibt es Unmengen von Rezepten für Kuchen, Torten, Strudel und Knödel. Warum sich gerade die blauen Früchtchen so ideal für Backwaren aller Art eignen, hat einen guten Grund: Sie verlieren auch bei Ofenhitze nicht ihre Form, trocknen nicht aus und „zerfließen“ auch nicht. Und nicht zuletzt sind Dörrzwetschken das ganze Jahr lang wunderbare Begleiter für süße wie pikante Speisen.
Hände weg von künstlicher Reifung
In einigen Ländern der EU ist der Reifebeschleuniger Ethephon für Zwetschken (und anderes Obst und Gemüse) zugelassen. Der Wirkstoff dringt tief in die Frucht ein, wo er unter Freisetzung von Ethylen zerfällt und den Reifungsprozess der Früchte beschleunigt. Hohe Dosen können gesundheitsgefährdend sein, denn Ethephon kann bei Menschen Durchfall, starken Harndrang sowie Reizungen der Haut und Schleimhäute hervorrufen. Abwaschen hilft kaum, denn die Stoffe sind in der gesamten Frucht vorhanden. Wer das vermeiden will, greift zu heimischen Zwetschken, denn hier ist die Behandlung nicht erlaubt. Auch Bio-Zwetschken sind garantiert frei von Reifebeschleunigern – und natürlich die Ernte aus dem eigenen Garten.
Bäume kontrollieren
Wenn das Laub von den Bäumen ist, sollte man noch einmal mit dem Apfelpflücker die Bäume durchgehen und alle Fruchtmumien entfernen und vernichten. Ebenso ist das gesamte Obst aufzulesen und wenn es nicht verwertet werden kann, kommt es in die Mülltonne. Größere Mengen können auch eingegraben werden. Das gilt auch für das Laub, wenn sehr viel Schorf an den Früchten war. Dann wird der Boden noch auf Wühlmausgänge überprüft. Gerade im Winter ist das Nahrungsangebot der Nager schlecht und dann kommen die Wurzeln der Obstbäume dran.
Beerengarten
Die abgetragenen Ruten der Brombeersträucher werden nach einem Frost am Boden abgeschnitten. Jene von den sommertragenden Himbeeren sollten ja längst entfernt sein. Die herbsttragenden Himbeerruten werden am Boden abgemäht, wenn die Ernte vorbei ist. Lässt man trotzdem einige der schönsten Ruten stehen, so hat man von diesen schon nächsten Sommer eine Ernte.
Lagerung im frostfreien Erdkeller
Für alle, die wirklich viel Obst und Gemüse lagern möchten, deren Hauskeller aber beheizt ist, stellen wir den Erdkeller vor. Hier herrschen die besten Lagerbedingungen.
Jetzt im Herbst stellt sich die Frage, wo man die Schätze aus dem Garten, die nicht eingefroren oder verkocht werden, gut lagern kann. All die sonnengereiften Früchte, das Blatt und Wurzelwerk strotzen nur so vor Vitaminen und den so gesunden sekundären Pflanzenstoffen. Es wäre schade, wenn sie vor der Zeit eintrocknen, verfaulen oder auswachsen. Mit mehr oder weniger Aufwand können ideale Lagerbedingungen für die Früchte des Sommers geschaffen werden. Kühler als der Keller und doch frostfrei ist oftmals die Garage. Wenn es nicht nach Treibstoff riecht, kann man dort ein paar Kisten Äpfel und einen Kübel mit in Sand eingeschlagenem Wurzelwerk gut lagern. Auch viele Gartenhäuser lassen sich im Winter als Obstlager adaptieren. Dann könnte man das Wurzelgemüse noch in einem Fass, einer Kiste oder in einer alten Waschmaschinentrommel aus rostfreiem Edelstahl an der Nordseite des Hauses eingraben. Dieser Mini-Erdkeller nutzt die gleichmäßigen Bedingungen, die jahraus, jahrein unter der Erde herrschen.
Erdkeller im Garten
Vorratshaltung ist sinnvoll, und wenn man im Herbst Erdäpfel vom Bauern und Wurzelgemüse aus dem Garten einlagert, wirtschaftet man nicht nur saisonal und regional, es spart auch Geld. Ein Erdkeller ist umweltfreundlich: Ohne zusätzliche Energie hält er das Lager kühl, aber frostfrei. Er bietet auch Platz zum Überwintern von Kübelpflanzen, die dunkel stehen können. Wer handwerklich geschickt ist oder einfach gute Ideen hat, kann den Garten mit einem Erdkeller optisch ansprechend gestalten. Der Hügel darüber bietet eine zusätzliche Anbaufläche oder Spielmöglichkeiten für die Kinder.
Der beste Platz
Sobald feststeht, dass man einen richtigen Kellerraum braucht, begibt man sich auf die konkrete Suche: Welche Möglichkeiten bietet das Gelände oder wie lassen sich bestehende Gebäude nutzen? Grundsätzlich sollte der Standort möglichst sonnenabgewandt und schattig sein. Oft bietet sich die Nordseite des Hauses an. Kann der Keller in den Hang hineingebaut werden, wird einfach das Dach mit Erde bedeckt und nur die Vorderseite mit der Tür bleibt sichtbar. Durch diese kann man ebenerdig die Vorräte mit der Scheibtruhe hineinbringen. Vielleicht lässt sich auch der Platz unter einer Terrasse nutzen? In diesem Fall müsste die Kellerdecke gut isoliert werden. Oder man bricht durch den bestehenden Keller eine Tür durch und baut außen einen Erdkeller dazu. Auf ebenem Gelände gräbt man in die Tiefe und nimmt das Aushubmaterial später zum Überdecken. Ist eine Zufahrt vorhanden, lässt sich ein Bagger einsetzen.
Wichtige Voraussetzungen
Zuerst ist baurechtlich zu klären, ob und unter welchen Voraussetzungen man einen Erdkeller bauen darf. Der Boden muss stets über dem Grundwasserspiegel sein. Eine Drainage sorgt für guten Wasserabzug, ein Zuluft-Rohr unter dem Boden führt in den Keller und an der gegenüberliegenden Seite oben ist ein Abluftschacht einzuplanen. Durch den Kamineffekt funktioniert die Lüftung selbsttätig. Es kann aber auch nötig werden, einen elektrischen Lüfter mit Zeitschaltuhr einzubauen. Richtiges Lüften verhindert Kondenswasser an der Decke und an den Wänden. Es kommt zu keiner Schimmelbildung und das Gemüse ist länger lagerfähig.
Von der Stange oder individuell
Es gibt verschiedene Modelle von Fertigkellern, die auf ein betoniertes Fundament gehoben werden. Wer große Brunnenringe aneinanderlegt, sollte unbedingt aus statischen Gründen eine Decke darüber betonieren, denn die Ringe würden dem Druck von oben nicht standhalten. Werden die Kellerwände gemauert, betoniert man ein Streifenfundament und stampft als Boden in der Mitte Lehm oder legt Klinkerziegel in Sand. Der Boden und eventuell auch die Wände sollen die Feuchtigkeit transportieren, die im Keller verdunstet und dadurch Kälte erzeugt. Werden Hohlziegel verwendet, isoliert man sie gegen Feuchtigkeit von unten und außen. Spannender ist es jedoch, altes Baumaterial zu verwenden und, zumindest wo sie sichtbar bleiben, mit Steinen zu mauern. Der schräge Abgang oder die Stufen werden gleich mitgemauert. Beim Gewölbe gibt es wieder Fertigteile, die man auf das Mauerwerk heben lassen kann. Weitaus schwieriger ist es, einen Maurer zu finden, der noch Gewölbe mit Klinkerziegeln mauern kann. Vielleicht tut es doch auch eine einfache Betondecke …
Der künstliche Hügel
Was jetzt noch fehlt, ist eine Abdichtung über der Decke. Verschweißte Bitumenbahnen sind hier angesagt, man könnte auch etwas dickere Teichfolie nehmen. Darüber kommt das Aushubmaterial, am besten einen Meter dick. Ist die Deckschicht weniger hoch, sollte sie auf eine Wärmedämmung kommen. Zuletzt wird der Erdhügel bepflanzt. Wo es passt, kann man eine Rodelbahn für die Kinder frei lassen.
Willi Frickh, Gartenfachberater und Leiter der Gartenakademie des ÖSV
Ziergarten
Auf den Staudenbeeten ist noch das Unkraut zu entfernen und der Boden ein letztes Mal für heuer vorsichtig zu lockern.
Man sollte das fallende Laub auf den Beeten liegen lassen, damit die Pflanzen dadurch geschützt sind. Peinliche Sauberkeit ist über den Winter verpönt. Gibt es auf dem Beet keinen Schutz durch fallendes Laub, ist zu mulchen.
Empfindliche Arten wie Herzblume, Federmohn, Schaublatt u.v.a. brauchen zum Mulch noch Fichtenreisig zum Schutz. Auch Gebirgspflanzen wie Enzian wegen oft fehlendem Schnee.
Blütenfreude für den nächsten Frühling pflanzen
Jetzt sind Herbstbeete manchmal noch in voller Blüte. Doch der erste Frost kann der Pracht schnell ein Ende setzen. In die entstehenden Lücken kommen die bunten Frühjahrsblüher wie Schneeglöckchen, Krokusse, Hyazinthen, Narzissen und vor allem für die majestätischen Tulpen. Zwiebelblumen kündigen schon im milden Februar mit der Blüte und ihrem Duft den nahenden Frühling an. Zuerst sind es die Schneeglöckchen, wenig später folgen Wildtulpen, dann die Krokusse und Blausternchen. Noch später die Narzissen und dann die Tulpen.
Wenn Sie sich für botanische Leckerbissen bei den Tulpen interessieren, sollten Sie Kataloge studieren. Dazu sind jetzt die Voraussetzungen zu treffen und die Zwiebel oder Knollen sollten so bald wie möglich in den Boden kommen.




Balkon und Terrasse
Nun ist es wieder so weit, dass unsere Sommerträume in die Winterräume müssen. Die meisten Jahre gibt es im Oktober schon leichten Frost und da sollten die empfindlichen Arten frostfrei stehen. Handelt es sich nur um ein oder zwei Nächte, könnte man diese decken. Sie sollten ja auch nicht zu früh in das Winterquartier kommen, denn es bedeutet für sie meist eine harte Zeit.
Grundsätzlich sollte man einen möglichst kühlen Überwinterungsraum wählen, soweit es die jeweilige Pflanzenart verträgt. Je kälter der Raum, desto dunkler kann er auch sein. Dies hängt damit zusammen, dass die Pflanzen während der Überwinterung zu einem guten Teil auf gespeicherte Reservestoffe angewiesen sind, die umso langsamer aufgebraucht werden, je kühler die Umgebung ist.
In der Wärme erschöpfen sich die Vorräte schneller und müssen bald wieder aufgetankt werden. Dazu ist ausreichend Licht notwendig. Je wärmer sie stehen, desto mehr Licht benötigen sie. Dadurch wird die Bildung der sogenannten „Geiltriebe“ verhindert. Auch die Gefahr von Infektionen ist bei niedrigen Temperaturen geringer, da sich die Erreger nicht so schnell ausbreiten können.


Laub rechen und mulchen
Der Rasen wird von den letzten Blättern befreit. Benutzen Sie das viele Material einfach zum Mulchen. Verteilen Sie das Laub als 3 bis 5 cm dicke Schicht überall auf den Blumenbeeten, unter Sträuchern und Hecken. Es schützt die Pflanzen vor starken Frösten, die Bodenverdunstung wird herabgesetzt und die Bodenlebewesen bekommen Nahrung. Bitte räumen Sie Ihren Garten nicht zu gründlich auf. Bei den Stauden dürfen Samenstände stehen bleiben. Sie bieten etwas für die Vögel und sehen bei Raureif einfach gut aus. Nützlinge tun sich schwer, in einem steril ausgeräumten Garten zu überwintern.
Gehölze pflanzen
Nun ist ideale Pflanzzeit für Laubgehölze aller Art. Zwar kann man diese auch noch im Dezember setzen, sofern der Boden nicht gefroren ist, doch je früher sie gepflanzt werden, desto besser wachsen die Wurzeln noch an. Auf jedem Fall gut angießen, auch wenn die Erde feucht ist. Dadurch werden die Wurzeln gut eingeschlämmt.
Stauden pflanzen
Einige Stauden sollte man alle paar Jahre teilen und umpflanzen. Sie werden bodenmüde und wachsen nicht mehr gut. Margariten, Sonnenhut und Sonnenbraut, Herbstastern, Monarden, Prachtscharten und Glockenblumen freuen sich über einen neuen Platz mit frischer Erde.
Nicht mehr pflanzen sollte man alle jene Arten, die keine stauende Nässe mögen und die nicht hundertprozentig winterfest sind, auch wenn es das Etikett manchmal verspricht.




Rosen pflanzen
Auch Rosen werden vorteilhaft im November gepflanzt. Die Rose ist eben die Königin der Blumen und wenn sie duftet, passt sie besonders gut in die Nähe des Hauses. Man sollte beim Kauf auf resistente Sorten achten, damit man nicht dauernd Probleme mit Mehltau, Rosenrost und Sternrußtau hat. Die Rosen werden jetzt nur so weit zurückgeschnitten, dass sie nasser Schnee nicht schädigen kann. Das Rosenlaub ist oft mit Pilzen befallen und sollte daher entfernt werden. Auch das Unkraut wird entfernt und die Rosen werden mit Erde angehäufelt. Bei den übrigen Stauden und Sträuchern bleibt das Laub als Winterschutz liegen.

Zitronenverbene einwintern
Den herrlich nach Zitronen duftenden Strauch sollte man keinesfalls draußen erfrieren lassen. Er lässt sich gut im dunklen, kühlen Keller überwintern. Er wirft dabei das Laub ab. Man kann die Blätter aber auch zuvor pflücken und für Tee oder Duftsäckchen verwenden. Wenn man die Triebe einkürzt, ab und zu etwas gießt und die Pflanze im Frühling an einen helleren Platz stellt, wird sie viele Jahre gut gedeihen.
Tipps für optimale Kompostierung
Obwohl der ganze Prozess etwas komplexer ist, gibt es ein paar einfache Fakten, die helfen können, den Komposter effektiv zu nutzen. Wichtig ist dabei die richtige Kombination von kohlenstoffreichem (Braunzeug) und stickstoffreichem (Grünzeug) Material. Im richtigen Verhältnis und zusammen mit Luft, Wasser, Mikroorganismen und etwas Zeit – normalerweise ein paar Monate – reift Kompost, der nach Wald duftet. Effektiver Kompost besteht aus ungefähr 25 bis 30 Teilen Kohlenstoff, gut vermischt mit nur einem Teil Stickstoff. Es ist also also nicht realistisch, aus einem gemähten Haufen feuchtem Gras schnell Humus herzustellen, weil dieser ein unzureichendes Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis hat. Es gilt zwar, dass bei zu viel Kohlenstoff der Abbau des Komposts sehr lange braucht, andererseits würde ein stickstoffreicher Kompost aufgrund des freigewordenen Ammoniaks schnell zu stinken beginnen und zur Fäulnis neigen.
Hier einige Materialien, deren Kohlenstoffanteil im Vergleich zu einem Teil Stickstoff sehr hoch ist: Blätter (60:1), Tannennadeln (80:1), Zeitungen (175:1), Pappkarton ohne Klebeband, Aufdruck, Klammern, etc. (350:1), Hackgut (400:1). Stickstoffreiche Materialien wären zum Beispiel Gartenabfälle (30:1), Heu (25:1), Essensabfälle (20:1), gemahlener Kaffee (20:1), Grasschnitt (20:1). Das bedeutet, dass kohlenstoffreiche Materialien wie Laub immer mit stickstoffreichen Materialien wie Rasenschnitt gemischt werden sollen. Die Mikroorganismen brauchen Sauerstoff und Wasser, um die organischen Abfälle zu konsumieren, zu verarbeiten und somit in Kompost umzuwandeln. Daher eignen sich völlig luftdicht geschlossene Behälter nicht zur Kompost-Herstellung. Kompostierung ist ein aerober und anaerober Prozess, wobei der Abbau bei anaerober Kompostierung langsamer vor sich geht und schlechter Geruch entsteht. Feuchtigkeit ist wichtig für das mikrobielle Wachstum. Zuviel Wasser behindert allerdings den Transport von Sauerstoff zu den Mikroben und trägt somit zum anaeroben Verhalten der Mikroorganismen bei.